Aktuelles


Vorwort

Das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen feiert im Januar 2018 sein 13-jähriges Bestehen. Innerhalb dieses Zeitraums kann es auf ein sehr erfolgreiches Wirken mit einer Vielzahl von realisierten Projekten zurückblicken. Diese fanden und finden sowohl in Deutschland, insbesondere in Warendorf statt, als auch grenzüberschreitend in den heute polnischen Bezugsregionen. Mit diesem hohen Anspruch und der darauf beruhenden Motivation sollen in Warendorf neue und thematisch weiter ausgreifende, generationsübergreifende Projekte nicht nur für junge und ältere Menschen, sondern vor allem auch mit diesen Zielgruppen umgesetzt werden. Schon bei der wissenschaftlichen Vermittlung der Kultur und Geschichte Westpreußens, des Posener Landes und Mittelpolens, konnte sich das Kulturreferat als außerschulischer Bildungs- und Lernort in Warendorf beweisen.

Auch im Jahr 2018 sollen viele Menschen das neu gestaltete Museum besuchen und das Angebot des Kulturreferats in Anspruch nehmen. Mit den in Warendorf ansässigen Bildungsinstitutionen, vor allem mit den Schulen, sollen im kommenden Jahr die begonnenen Kooperationen gefestigt und die gemeinsam konzipierten Projekte realisiert werden. Als Kulturreferentin versuche ich fokussiert, die Generation der Enkel und Urenkel hier in Warendorf und in der Region Westfalen – einem Siedlungsschwerpunkt der geflohenen und vertriebenen Westpreußen – anzusprechen und für die Geschichte, Kultur und Gegenwart der Herkunftsregion ihrer Großeltern und Urgroßeltern zu interessieren.

Dabei gestalte ich meine Veranstaltungen abwechslungsreich. Diese gehen über die Durchführung sozial-geschichtlicher Workshops und Vorträge deutlich hinaus, wobei die Wünsche und Vorstellungen der jungen Generation aktiv mit einbezogen werden. Bei kulturellen Angeboten liegt der Fokus üblicherweise auf den unterschiedlichen Feldern der Wissenschaft, der Literatur, der Musik, der bildenden Kunst und nicht zuletzt der Reisen. Im vorliegenden Arbeitsplan für das Jahr 2018 habe ich diese Aspekte berücksichtigt und in das Projektangebot aufgenommen. Bei meinen Gesprächen mit den Schul- und Amtsleitern konnte ich feststellen, dass ein hohes Interesse besteht, mit dem Kulturreferat Projekte zu gestalten, die mit deren Lehrplänen möglichst eng harmonieren. Dies nehme ich als Kulturreferentin gerne auf, zumal dies neue Impulse und Dynamik auch für meine Planungen mit sich bringt.

Auch den Bereich der Kunst und Kunstgeschichte sehe ich als wichtige Projektgrundlagen und Themen, bei denen sich die Jugendlichen entfalten und ihre Sicht zu den historischen Themen wie beispielsweise Flucht und Vertreibung kreativ äußern können.

Es gibt viele interessierte und motivierte Teilnehmer jüngeren Alters an der Region Westpreußen und den weiteren Bezugsregionen die es mir ermöglichen, meine Aufgabe der Kulturvermittlung in Warendorf fest zu verankern. Dabei bleibt die internationale Ausrichtung und Vermittlung der unterschiedlichsten Themen aus Geschichte, Kunstgeschichte, Architektur und weiteren Bereichen auch über die Grenzen hinaus durch die Zusammenarbeit mit Menschen und Institutionen in den Bezugsregionen des Kulturreferats aktuell.

Durch Vorträge, die gemeinsame Entwicklung von Kunstprojekten im Schulunterricht mit Installationen und Ausstellungen, die Zusammenarbeit mit Künstlern, Wissenschaftlern, Historikern und Geschichtsdidaktikern, Exkursionen in Museen und Studienreisen soll das gemeinsame europäische Erbe zugänglich gemacht werden. Ziel der schulischen Maßnahmen mit den Kunstkursen sind Reflexionen der Schüler in Kunstobjekten über das gesammelte Wissen zu den Themen „Erinnerung“, „Heimat“ und „Flucht und Vertreibung“. Weiterführende Projekte mit deutschen und polnischen Einrichtungen sind bereits für 2018 und die kommenden Jahre geplant. Der intensive Austausch aller Generationen soll auch durch die konsequente Nutzung neuer Medien möglich werden.


Die Geschichte der Gartenkultur in Danzig.
Internationaler Workshop mit Fotodokumentation und Ausstellung

10. und 11. Juli 2018

Danzig sowie in Oliva und im bischöflichen Garten der Kathedrale in Oliva

Am 11. Juli 2018 fand ein deutsch-polnischer, generationsübergreifender Workshop im Rahmen der Ausstellung „Gärten, Parkanlagen und Gartenkultur in Danzig“ statt, bei dem die Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen mit Gästen aus Deutschland anwesend war. Während der mehrtägigen Veranstaltung, die unmittelbar nach dem 5. Welttreffen der Danziger realisiert wurde und an dem unter anderem Mitglieder des Bundes der Danziger und der Deutschen Minderheit teilgenommen haben, wurden Berichte und ikonografische Materialien über die damaligen Gärten und Grünanlagen, die bis 1945 existierten, betrachtet, untersucht und besprochen. Im Anschluss daran führte Dr. Ewa Szymanska als Kuratorin durch die Ausstellung im Uphagenhaus, ehe die Gruppe an einer darauffolgenden Rundfahrt und den Fotografen zu mehreren Parks und Gärten in Danzig teilnahm.

Im Rahmen der UNESCO-Studienreise mit Schülern des Gymnasiums Laurentianum und der Lehrerin Julia Holz trafen am nächsten Tag alle Teilnehmer im Park von Oliva aufeinander. In Begleitung der Danziger Fotografiegesellschaft und ihrem Vorsitzenden Adam Fleks hielten sie die Spuren der ehemaligen Gärten sowie der heutigen Parkanlagen der Stadt fotografisch fest.

Die daraus entstandenen Fotos sollen in naher Zukunft im Anschluss auf einer eigens hierfür gestalteten Internetseite und als Wanderausstellung in Deutschland sowie in Polen und gezeigt werden. Anlässlich der Ausstellung wird eine Publikation zum zwanzigjährigen Bestehen des Uphagenhauses herausgegeben, in der ebenfalls die Fotografien sowie die Ergebnisse des Workshops dokumentiert sind. Die Bearbeitung der Fotos sowie die Gestaltung der Texte hat bereits begonnen und wird voraussichtlich 2019 vollendet sein.

Ein Projekt in Zusammenarbeit des
Danzig Museums – Abteilung Uphagenhaus
mit dem Kulturreferat für
Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen
und
der Danziger Fotografiegesellschaft.
Weitere Teilnehmer dieses Workshops waren
außerdem Mitglieder des Bundes der
Danziger e.V. und der Deutschen Minderheit.



 


 

Beauftragter fuer Kultur und Medien