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Vortrag: Das Ende des monarchischen Zeitalters in
Deutschland und Europa 1917/18

14. Februar 2019, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum, Eintritt 2,50 Euro
Prof. Frank Lothar Kroll, Technische Universität Chemnitz

KroillZu Beginn des 20. Jahrhunderts befand sich die monarchische Staatform, abgesehen von der Iberischen Halbinsel und Frankreich, überall in Europa auf dem Gipfelpunkt ihres Ansehens und ihrer Popularität. Die konstitutionelle Monarchie schien vor allem in Deutschland eine unverrückbare und unantastbare Gegebenheit, bestätigt und verstärkt durch das Wirken vielerorts äußerst beliebter und integrer "Landesväter" - etwa in Sachsen (König Friedrich August III.), in Württemberg (König Wilhelm II.), in Baden (Großherzog Friedrich I.), in Hessen-Darmstadt (Großherzog Ernst Ludwig), in Meiningen (Herzog Georg II.) oder in Bayern (Prinzregent Luitpold). Nach den Verwerfungen des Ersten Weltkriegs implodierte jedoch die Stellung aller deutschen Dynasten und fegte die Kronenträger überall im Reich, gleichsam über Nacht, hinweg. Diesen Entwicklungsgang zeichnet der Vortrag nach - ebenso wie die parallelen Geschehenszusammenhänge in Russland, Österreich-Ungarn, dem Osmanischen Reich und ausgewählten Staaten des ost- und südosteuropäischen Raumes.

Frank-Lothar Kroll, deutscher Neuzeithistoriker, Professor für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Technischen Universität Chemnitz, studierte Geschichte, Kunstgeschichte, Germanistik, Philosophie und Religionswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Universität zu Köln (Magister), Verfasser von bisher 14 Büchern, ca. 150 Aufsätzen und Herausgeber von 54 Sammelbänden, amtierender Vorsitzender der Preußischen Historischen Kommission, Mitglied des Wissenschaftlichen Beraterkreises der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Beiratsmitglied renommierter historischer Forschungseinrichtungen wie dem Institut für Zeitgeschichte (IfZ) in München und dem Deutschen Historischen Institut Warschau, Vorstandsmitglied der Ranke-Gesellschaft, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Forschungsgemeinschaft 20. Juli 1944 e.V..


„Heimatlos. Friedland und die langen Schatten von Krieg und Vertreibung“
Vortrag und Lesung von Dr. Christopher Spatz mit Bildern von Fritz Paul

21. März 2019, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum, Eintritt 2,50 Euro
Dr. Christopher Spatz

HeimatlosMillionen Menschen querten die innerdeutsche Grenze von Ost nach West und passierten ab September 1945 das niedersächsische Grenzdurchgangslager Friedland. Sie kamen aus dem Kommunismus in den Kapitalismus, aus einer fremd gewordenen Heimat in eine ungewisse Zukunft. Für die Eintreffenden bedeutete das Lager ein Durchatmen, aber auch Abschied und Endgültigkeit. Empfangen wurden sie im Zeichen selbstloser Hilfsbereitschaft. Das Presseecho war enorm, die Symbolik verbindend. Getriebenheit, Verelendung und Rührseligkeit, Tod und Neuanfang bildeten hier ein verstörendes Nebeneinander.

Was bedeutet es, entwurzelt zu sein? Wie erlebt und empfindet man das Ankommen in einem neuen System? Christopher Spatz erzählt von dem entscheidenden Moment des Weltenwechsels und den Facetten der Heimatlosigkeit. Zahlreiche Aufnahmen des Fotoreporters Fritz Paul, viele davon bislang unveröffentlicht, bieten überraschende Blicke auf die Vertriebenen, Zivilverschleppten, Heimkehrer und Aussiedler der 1950er-Jahre.

Dr. Christopher Spatz wurde 1982 in Bremen geboren. Nach dem Studium der Geschichte und Germanistik promovierte er 2015 an der Berliner Humboldt-Universität zur Identität der ostpreußischen Wolfskinder. Er hat für die Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung gearbeitet und die erfolgreiche Kampagne der Gesellschaft für bedrohte Völker zur Entschädigung der Wolfskinder durch die Bundesrepublik wissenschaftlich begleitet. Im Ellert & Richter Verlag ist von ihm bereits „Nur der Himmel blieb derselbe. Ostpreußens Hungerkinder erzählen vom Überleben“ erschienen.



 


 


 


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