Projekte III Quartal 2018

Kulturreferentin im Westpreußischen Landesmuseum in Warendorf

 

Multi-Visions-Show: Rund um die Ostsee. Die schönsten Städte, Küsten und Inseln
23. August 2018, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum

Gemessen an den Weltmeeren ist die Ostsee ein kleines Meer. Dennoch teilen sich neun Anrainerstaaten seine Küste und für Deutsche genauso wie für Dänen, Schweden, Finnen, Russen, Esten, Letten, Litauer und Polen ist das Mare Balticum ihre beliebteste Urlaubsregion. Zu Recht, denn hier können sie die Natur erleben, wo sie am schönsten ist. Das gleißende Weiß der Strände, grün bewachsene Steilküsten und immer wieder das Blau des Meeres bieten die perfekte Kulisse, um Geist und Seele eine Verschnaufpause zu gönnen.

Die Launen der Ostsee bestimmen auch den Rhythmus der Insel. Es sind kleine Welten für sich: Rügen, Bornholm, Saaremaa, die Ålands oder Gotland lohnen allein schon eine Reise.

Und auch das Hinterland wartet mit einigen Überraschungen auf. Regionen wie Masuren oder die finnische Seenplatte bieten Wälder, Seen und viel Einsamkeit. Hinzu kommt ein bemerkenswert vielfältiges Ensemble verschiedener Städte: mittelalterliche Städte wie Lübeck, Danzig, Riga oder Tallinn, die skandinavischen Metropolen Kopenhagen, Stockholm, Helsinki und natürlich St. Petersburg. Allen ist ihre beeindruckende Kulisse gemeinsam, wenn man sich ihnen vom Meer her nähert.


 


UNESCO-Fotoausstellung: Marienburg, Thorn, Danzig, Krakau und Auschwitz.
Eindrücke der Schüler des Gymnasiums Laurentianum und des Mariengymnasiums Warendorf
mehrere Ausstellungsorte
September 2018: Westpreußisches Landesmuseum
Oktober bis Dezember 2018: Gymnasium Laurentianum und Mariengymnasium

Die eingehende Beschäftigung mit dem kulturellen Erbe des eigenen Heimatlandes, aber auch der Nachbarländer sind die essentiellen Bestandteile und Inhalte des Schulunterrichtes in der gymnasialen Oberstufe. Anlässlich des UNESCO-Weltkulturerbejahres 2018 wird eine Gruppe von Schülern des Gymnasiums Laurentianum und des Mariengymnasiums Warendorf mit dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen im Rahmen einer Studienreise vom 9. bis 14. Juli 2018 nach Marienburg, Thorn, Danzig, Krakau und Auschwitz reisen. Dort werden sie sich mit den Kulturdenkmälern der Städte, aber vor allem auch mit ihrer Historizität auseinandersetzen, um durch das vor Ort Gesehene und Erlebte ein sensibleres Geschichtsbewusstsein zu entwickeln sowie auch im positiven Sinne eine veränderte Sichtweise auf das vermeintlich unbekannte Land Polen zu erlangen. Begleitet werden sie von der renommierten Danziger Fotografiegesellschaft, die mit professionellem Wissen und Erfahrung die Schülergruppe unterstützen wird.

Die vielen Eindrücke der Schüler und ihre Selbstreflexion sollen im Anschluss in Form von  individuellen Präsentationen in einer Wanderausstellung münden, die als Ergebnis und zugleich als Resumé der Reise im Westpreußischen Landesmuseum und in den jeweiligen Gymnasien für Mitschüler, Lehrer, Eltern und Großeltern gezeigt werden soll.


 

 

Brandenburg – Auf Fontanes Spuren durch die Mark Brandenburg.
Dia-Reportage von Roland Marske
11. Oktober 2018 um 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum

Kein Dichter beobachtete die Mark Brandenburg so intensiv wie Theodor Fontane. Seine "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" avancierten schon vor über hundert Jahren zum wohl bekanntesten Werk deutschsprachiger Reiseliteratur.

Und wer heute mit Fontanes Wanderungen als Leitfaden unter dem Arm die märkischen Landschaften erkundet, wird auch die meisten der von ihm beschriebenen Seen, Klöster, Schlösser oder liebevoll porträtierten Städtchen und verschlafenen Dörfer wiederfinden. Und selbst den Menschen, die der märkische Dichter so herzlich beschrieben hat, glaubt man noch immer zu begegnen. Auch zu den Wirkungsstätten Friedrich des Großen führt uns die Reise durch die Mark, nach Schloss Rheinsberg, wo der junge Friedrich seine glücklichste Zeit verbrachte, und nach Sanssouci, wohin sich der Alte Fritz am liebsten zurück zog um zu musizieren und zu philosophieren.

Mit einfühlsamen Bildern und brillanten Reisefeuilletons gelingt es dem Fotojournalist Roland Marske den außerordentlichen Zauber einzufangen, der von Fontanes "Wanderungen" und Romanen ausgeht. Es ist eine traumhafte Entdeckungsreise, bei der man meint, Fontane über die Schulter zu sehen. Und am Ende wird der Zuschauer ganz sicher mit Fontane sagen können: "Ich bin die Mark durchzogen und habe sie reicher gefunden, als ich zu hoffen gewagt hatte."


 


Eine Begleitveranstaltung des Kulturreferates zur Ausstellung „Die Malerin Julie Wolfthorn (Thorn 1864 – 1944 Theresienstadt)“ des Westpreußischen Landesmuseums.

Vortrag: Die in Vergessenheit geratenen Künstler der Preußenzeit in Thorn (1793-1920)
25.10.2018, 18:00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Dr. Slawomir Majoch, Kurator, Universitätsbibliothek Thorn

In diesem Vortrag wird das Thema des Vergessens deutscher Künstler aus der Kunstgeschichte nach 1920 erörtert, die während der Preußenzeit in Thorn tätig waren. Es waren vor allem Künstler wie Wilhelm Völcker (1799-1870) - bei dem Robert Assmus (1842-1904) oder Marian Jaroczynski (1819-1901) Zeichenunterricht hatten, Karl Bennewitz von Löfen (1826-1895) und Julie Wolfthorn (1864-1944), die die lokale Künstlerszene Thorns der damaligen Zeit bildeten und prägten.

Wolfthorn war jüdischen Glaubens. Durch die starke Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt fügte an das Ende ihres Geburtsnamens den Namen Thorn hinzu. Nachdem sie die Stadt verließ, studierte sie ab 1890 Malerei und Grafik in Berlin und ab 1892 an der Pariser Académie Colarossi. 1893 kehrte sie nach Berlin zurück und war Gründungsmitglied der Berliner Secession. Wolfthorn war eng mit Käthe Kollwitz und Dory Hitz befreundet und wurde als Grafikerin und als Porträtmalerin berühmter Persönlichkeiten bekannt. Unter anderem porträtierte sie Gerhard Hauptmann, Ida Dehmel, Hedda Eulenberg und andere Zeitgenossen, vorwiegend aus der Berliner Gesellschaft, darunter besonders viele engagierte Frauen. Ihr weiterer Schwerpunkt war die Landschaftsmalerei, die sie oft mit Menschen darin verband. 1933 wurde sie als Jüdin aus dem Vorstand der Secession ausgeschlossen. Sie blieb in Berlin und arbeitete mit dem Kulturbund Deutscher Juden zusammen, der 1941 verboten wurde. Am 28. Oktober 1942 wurde Julie Wolfthorn im Alter von 78 Jahren zusammen mit ihrer Schwester Luise Wolf von den Nationalsozialisten in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort zeichnete sie, so weit ihr das unter den Umständen möglich war. Sie überlebte hier zwei Jahre und verstarb wenige Tage vor ihrem 81. Geburtstag.

Julie Wolfthorns Bruder Georg Wolf war Bildhauer. Er schuf unter anderem den Flößerbrunnen, der sich heute am Altstädter Rathaus in Thorn befindet.

Mit der Stadt Thorn war auch die jüdische Familie Jacobi eng verbunden. Sie waren zunächst Maler und später Fotografen. Lotte Jacobi (1896-1990), die in München das Studium der Fotografie und des Films absolvierte, führte ein Fotoatelier in Berlin und emigrierte 1935 in die USA. Ihr New Yorker Atelier besuchten Berühmtheiten wie Albert Einstein, Thomas Mann, Marc Chagall, Eleanor Roosevelt oder Alfred Stieglitz. Bis 1955 lebte sie in der Stadt und porträtierte amerikanische und emigrierte europäische Intellektuelle, Schriftsteller und Künstler.

Neben diesen Künstlern gab es viele weitere hervorragende deutsche Künstler, die Anfang des 19. Jahrhunderts nach Thorn kamen, um die Atmosphäre und Denkmäler der Stadt zu verewigen. Zu ihnen gehörte auch Eduard Gaertner (1801-1877). Sein Bild Rathaus zu Thorn (1848) schmückt sogar die Dauerausstellung der National Gallery of Art in Washington. Das Gemälde Nikolaus Kopernikus Denkmal in Thorn (1853) wurde zudem durch viele Grafiken bekannt. Der junge George Grosz (1893-1959) interessierte sich ebenfalls für Thorn, das er 1910 zum ersten Mal besuchte. Die Stadt wurde auch von Amateurmalern wie dem Hauptmann Oskar Kausch verewigt, der von 1869 bis 1870 Dutzende Aquarelle malte, die heute eine reiche Quelle für die Untersuchungen der Ikonografie und des Thorner Alltagslebens bilden.

Bis heute wurden sowohl die deutschen Künstler der lokalen Künstlerszene – die wegen der Anwesenheit der preußischen Garnison sehr ephemer war – als auch die Zugereisten Künstler, die die Stadtansichten verewigten, nicht objektiv genug beurteilt. In Thorn gab es bisher keine Ausstellung, die ihnen gewidmet wurde, obwohl sie an der Erschaffung eines multikulturellen Bildes der Stadt während der Preußenzeit beteiligt waren. Der Referent dieses Vortrags wird das Œuvre der Künstler rekonstruieren und eine Antwort auf die Frage finden, wieso die preußischen Thorner Künstler und ihre Werke selbst in Vergessenheit geraten sind, wobei sie doch in Thorn und weit darüber hinaus einst so bekannt waren?

Dr. Slawomir Majoch studierte Kunstgeschichte und Geschichte in Thorn.  Von 2001 bis 2017 war er Kurator am Universitätsmuseum Thorn und lehrte an der Universität Thorn im Fachbereich Kunstgeschichte. Seit 2017 ist Dr. Slawomir Majoch zudem Kustode an der Universitätsbibliothek Thorn.

Dieser Vortrag des Kulturreferates findet im Rahmenprogramm zur Ausstellung „Die Malerin Julie Wolfthorn (Thorn 1864 – 1944 Theresienstadt)“ des Westpreußischen Landesmuseums statt.


 

 

Weihnachtsmarkt im Westpreußischen Landesmuseum
in Zusammenarbeit mit folgenden Vereinen und Institutionen:

-Franziskanerkloster Warendorf

-Heinrich-Friederichs-Museum

-Dezentrales Stadtmuseum Warendorf mit den Abteilungen „Klassizistisches Bürger-Palais“, „Gadem“ und „Torschreiberhaus“

-Hotel „Im Engel“ und Pralinenschmiede „Engelchen“

-Bund der Vertriebenen e.V. NRW

-Landsmannschaften (Bund der Danziger e.V.)

-Stadt Warendorf und Kulturamt der Stadt Warendorf

-Westpreußisches Landesmuseum Warendorf

-8 Künstler aus der Oststraße

Der alljährlich stattfindende Adventsmarkt im Westpreußischen Landesmuseum im Franziskanerkloster in Warendorf ist zu einer festen Tradition in der adventlichen Vorweihnachtszeit geworden.

Aufgrund des großen Erfolgs im Jahr 2017 öffnet das Westpreußische Landesmuseum auch 2018 am  9. Dezember 2018 von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr seine Pforten zu einem ganz besonderen vorweihnachtlichen Fest: in Zusammenarbeit mit Warendorfer Kulturinstitutionen und Gastronomen auch christlichen Organisationen und der Stadt Warendorf selbst knüpft das Kulturreferat für Westpreußen an die in der Vergangenheit organisierten „Ostdeutschen Weihnachtsmärkten“ an und lädt zu einem Weihnachtsmarkt mit weihnachtlichen Spezialitäten und Kunsthandwerk ein.

Bei geselliger Runde mit Gebäck, adventlichen Spezialitäten und Feinkost wie Brotaufstrichen, Kuchen und Getränken aus Schlesien, Pommern und Westpreußen soll am Wochenende des 2. Advents in den Räumlichkeiten des Museums Weihnachtsstimmung für Erwachsene und Kinder aufkommen. Einwohner aus dem Kreis Warendorf, die Landmannschaften und Mitglieder des Bundes der Vertriebenen NRW werden traditionell-weihnachtliches Kunsthandwerk, darunter auch Holz und Keramikarbeiten, ostdeutsche Traditionen und andere Erinnerungen aus ihrer Heimat präsentieren. Anlässlich dieser Veranstaltung wird auch die reichlich geschmückte Klosterkirche für weihnachtliche Konzerte geöffnet sein.  Die örtlichen Chöre, die Musikschulen und private Musiker werden gemeinsam mit dem Kulturreferat ein weihnachtliches Programm im Kloster verwirklichen. Für die Kinder ist mit dem Lesen aus Weihnachtsmärchen ein abwechslungsreiches Programm geplant.

Ein traditionelles Projekt des Kulturreferates für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen im Westpreußischen Landesmuseum.
Das Museum öffnet seine Tore, stellt seine Räumlichkeiten zur Verfügung und gewährt den Besuchern während der Veranstaltung freien Eintritt.
Eine bereits bestehende Webseite www.warendorfer-weihnachts-plaetzchen.de ist bereits vom Kulturreferat für die größte kulturelle Veranstaltung in der Weihnachtszeit im Kreis Warendorf eingerichtet und wird vom Kulturreferat ebenfalls bereits betreut. Auch ein verkaufsoffener Sonntag wurde auf der Basis des Projekts von der Kaufmannschaft und der Stadt Warendorf rechtzeitig beantragt.


 

 

Winterkonzerte im Westpreußischen Landesmuseum und in der Klosterkapelle
9. Dezember 2018, ganztägig

Für dieses Jahr sind nach Gesprächen – vor allem mit Frau Traute Horstmann als Eigentümerin des Klosters und gut vernetzte Warendorferin –insgesamt 6 Konzerte in der Klosterkapelle und dem Museum geplant. Das genaue Programm, die Stücke und die Musiker stehen noch nicht fest, allerdings sind die Termine festgelegt und der Kontakt zu lokalen Musikerinnen, Sängerinnen, Musikschulen und Institutionen hergestellt.


 

 

 

Grenzübergreifende Projekte mit Projektpartnern und Partnerinstitutionen in Polen

 

Vortrag: „Der Ausblick auf den Zoppoter Strand“. Ein eindrucksvolles Landschaftsgemälde von Jozef Czapski in Zoppot aus der Sammlung des Stadtmuseums Zoppot
11.Juli 2018, 19.00 Uhr, Stadtmuseum Zoppot / Muzeum w Sopocie

„Der Ausblick auf den Zoppoter Strand“ (polnisch „Widok sopockiej plazy“ ist ein Landschaftsgemälde, das von Jozef Czapski 1937 gemalt wurde. Es entstand während des Aufenthalts des Künstlers in Zoppot. Dieser Ort ist ein berühmter und beliebter Küstenkurort an der Ostsee - pulsierend und mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten, der Anfang des 20. Jahrhunderts viele Künstler anzog.

Nach seinem jahrelangen Studienaufenthalt in Paris in den 1930er-Jahren blieb Jozef Czapski unter dem Einfluss der Kunst der französischen Postimpressionisten. Seine Faszination galt der Malerei von Paul Cézanne und Chaim Soutine. In den Gemälden, die er damals schuf, dominierte die Farbe mit der die Komposition und die Stimmung aufgebaut wurden. Nach dem Vorbild der Pariser Meister entstand die Zoppoter Landschaft unter Verwendung von kleinen Farbflecken und hellen, warmen Farbtönen.

Czapski suchte in den Porträts, Landschaften, Stillleben und in den Sittengemälden eine geistige Dimension, seine Aufmerksamkeit richtete er in den scheinbar banalen Gegenständen und den Szenen des Alltags auf die psychologischen Aspekte. Als Entwicklung daraus malte er heitere, weite Landschaften, bei der die Farbe mit subtilen Pinselstichen aufgetragen wurde, die auf der Leinwand eine einheitliche Malmaterie bildeten. Jozef Czapski lebte bis zu seinem Tod 1993 in Maisons-Laffitte, einem kleinen Ort in der Nähe von Paris. Dort arbeitete er für das Literarische Institut und für die von ihm herausgegebene Zeitschrift „Kultura“.

Czapskis Malerei, die schwierig zu definieren ist, befindet sich hauptsächlich in privaten Sammlungen - nur einige wenige Gemälde schmücken die Sammlungen von Museen. Die zerstreuten Werke, die in verschiedenen Ausstellungen in den letzten Jahren auftauchen, verblüffen mit ihrer Andersartigkeit und faszinieren zugleich mit dem Nachsinnen über Vergänglichkeit und die Flüchtigkeit des menschlichen Schicksals.

Der sentimentale Blick auf das ruhige Meer, die entfernte Klippe in der Tiefe der Darstellung und der von der Café-Terrasse beobachtete Strand sind die zentralen Elemente des Zoppoter Gemäldes. Es ist das einzige Werk dieses Künstlers, das sich seit 2009 in der Sammlung des Stadtmuseums Zoppot / Muzeum w Sopocie befindet. „Der Ausblick auf den Zoppoter Strand“ gehört zu den sehr wenigen Werken von Czapski aus den 1930-er Jahren, die bis heute erhalten geblieben sind.

Wioleta Pienkowska-Kmiecik ist Kunsthistorikerin, ihr Fachgebiet umfasst die Danziger Malerei im 19. und 20. Jahrhundert. Sie ist Autorin einer Publikation über die Künstler Berthold Hellingrath, Fritz August Pfuhle, die in Pommern tätig waren und kuratierte unter anderem Ausstellungen zu Berthold Hellingrath, Janusz Uklejewski und die Ausstellung „100 Jahre Schöpfung in Danzig 1850-1950“. In den Jahren 1996 bis 2011 arbeitete sie im Historischen Museum der Stadt Danzig, 2011 bis 2014 im archäologischen Museum in Danzig und Zoppot. Aktuell ist sie Beamtin in der Kulturabteilung der Woiwodschaft Pommern. Wioleta Pienkowska-Kmiecik ist Mitglied in der Kunsthistorikergesellschaft, erfahrene Museumsmitarbeiterin und Kulturbeamte.


 

 

Sankt-Johannis-Nacht: Kaschubische Mittsommer-Traditionen
23. Juni 2018, Freilichtmuseum zur Geschichte der Kaschubei Skansen w Nadolu

Bis in die moderne Zeit ist die Mittsommernacht als ein spektakuläres heidnisches Fest bekannt. Viele Bräuche sind mit dem Wasser, dem Feuer, sich entfaltenden magischen Kräften von Pflanzen und der Selbstreinigung verbunden. So ist es üblich, dass junge Frauen mit Kerzen bestückte geflochtene Blumenkränze in Flüsse niederlassen und anhand ihres Driftens im Wasser die eigene Zukunft ablesen. Ein anderer Brauch ist das Springen von jungen Paaren über ein Lagerfeuer.

Es gab einen alten Glauben, dass in dieser Nacht die einzige Zeit im Jahr ist, in der Farne kurzzeitig blühen. Wer somit eine Farnblume fand, konnte mithilfe der Blüte alle in der Erde verborgenen Schätze sehen. Aus diesem Grund suchten viele Menschen in den Wäldern nach blühenden magischen Farnen. In Polen wird das Fest als Noc Świętojańska (Sankt-Johannis-Nacht) am Fest des Heiligen Johannes des Täufers, 24. Juni gefeiert. Eine Kurzbezeichnung ist „Wianki“, das auf deutsch „Kränzchen“ bedeutet und auf die geflochtenen Blumenkränze der jungen Frauen anspielt.

Johannisfeuer, Johanniskräuter, Johannisblumenkränze, Johanniszaubersprüche finden überall ihren Zuspruch. In der Kaschubei existiert ein Ritual in Form eines fingierten Gerichtsverhandlung mit dem Titel „Die Milan-Enthauptung / Ścinanie Kani“, in dem ein Vogel - der Rote Milan - für alle Sünden, wie für besonders lange Dürre, Unfruchtbarkeit, unerwünschte Schwangerschaft aber auch ganz offensichtlich eine schlechte Note in der Schule verurteilt wird. An dem Prozess waren in alter Tradition die gesamte Dorfgemeinschaft mit den wichtigsten gesellschaftlichen Funktionen, wie dem Dorfsvogt mit seiner Frau, der Richter, der Henker, und der Knecht beteiligt.

In Krockow wird dieser Brauch jährlich für die Jüngsten nur durch die Mitarbeiter des Regionalmuseums organisiert. Der Kreis wird vom Jahr zu Jahr immer größer, sodass sich die Möglichkeit ergeben hat, diesen Brauch auf besonderer Art zu präsentieren. Aus dem Volksgericht wurde ein Kindertheaterstück konzipiert, das im Freilichtmuseum zur Geschichte der Kaschubei Skansen w Nadolu aufgeführt werden soll.

Grazyna Patryn, Leiterin des Regionalmuseums in Krockow, hat sich insbesondere mit den längst vergessenen Bräuchen des kaschubischen Mittsommerfestes befasst. Am Abend und in der Nacht des 23. Junis 2018 wird sie im Freilichtmuseum zur Geschichte der Kaschubei Skansen w Nadolu die Traditionen für die Besucher aufleben lassen sowie durch Lesungen und der Theateraufführung des Stücks „Die Milan-Enthauptung / Ścinanie Kani“ mit den Mitgliedern des Kaschubischen Heimatvereins des Freilichtmuseums erfahrbar machen. Der polnische Sender TVP wird die Aufführung des Stückes aufzeichnen und mit deutschen Untertiteln versehen im polnischen Fernsehen ausstrahlen.

Ein gemeinsames Projekt des Kulturreferates für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen mit dem Regionalmuseum Krockow und dem Freilichtmuseum zur Geschichte der Kaschubei Skansen w Nadolu.
Weitere Beteiligte sind das Museum des Putziger Landes / Muzeum Zimei Puckiej in Putzig / Puck, der kaschubische Verein Krokowa und die Kindertheatergruppe „Naniby“


 


„Die Schlacht bei Schwetzin“. Der Deutsche Orden in der Kaschubei
Ausstellung im Regionalmuseum Krockow mit Begleitprogramm
ab Juni 2018

Nicht weit von Krockow befindet sich ein Dorf mit dem Namen Schwetzin, 
in dem am 17. September 1462 eine entscheidende Schlacht während des Dreinzehnjährigen Krieges (1454-1466) stattfand.

Das Regionalmuseum in Krockow zeigt 2018 das bahnbrechende Moment des Krieges, das so genannte „zweite Grunwald“ in einer zentralen Ausstellung. Die Schlacht ist bis heute nicht so bekannt wie die Schlacht bei Tannenberg, sie brachte aber eine viel größere Bedeutung mit sich:  Die nächsten Kriegshandlungen öffneten die kaufmännischen Wege zwischen Danzig und dem Königsreich Polen, da der Deutsche Orden als Folge der Schlacht Pommerellen und einen Teil des Ermlandes mit der Marienburg an das Königsreich Polen zurückgeben musste.

Das polnische Heer umfasste ca. 1000 Ritter und 1000 Mann Fußvolk, befehligt von Piotr Dunin, einem erfahrenen Soldaten und Burggrafen von Krakau. Das Heer des Deutschen Ordens kommandierte Fritz Ravenec, einer der prominentesten Führer der Kreuzritter, dessen Streitmacht 1000 Ritter und 1700 Mann Fußvolk (darunter 1300 Bauern) umfasste.

An der Organisation der Ausstellung ist das Museum in Putzig und die „Ritterbruderschaft vom nordischen Stern“ beteiligt, die jährlich auch in Schwetzin eine Neuinszenierung der Schlacht organisiert. Die Nachstellung der Schlacht wird am 2. Juni 2018 zu sehen sein;  einen  Vorgeschmack auf das Spektakel bietet während der Ausstellungseröffnung eine lebendige Lesung der Geschichte mit mittelalterlichem Picknick, das speziell an Kinder adressiert ist.


 

 

5. Welttreffen der Danziger in Danzig
6. bis 8. Juli 2018, Danzig

mehrere Veranstaltungsorte: Historisches Museum der Stadt Danzig – Abteilung Rathaus, Artushof, Krantor, Europäisches Zentrum der Solidarnosc

Bereits im Jahr 2015 fand am 5. September im Europäischen Zentrum der Solidarnosc der vom Bund der Danziger e.V. organisierte „Tag der Danziger“ statt, bei der ehemalige Danziger während eines Festaktes offizielle Vertreter der heutigen Stadt wie unter anderem den Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten Pawel Adamowicz und den Direktor des Zentrums Basil Kerski trafen, um über die gemeinsame Geschichte und die noch wichtigere Verständigung zu sprechen.

Drei Jahre nach dieser Veranstaltung findet im Jahr 2018 das inzwischen 5. Welttreffen der Danziger statt, das inhaltlich vom Historischen Museum der Stadt Danzig und dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen auf persönlicher Einladung des Danziger Stadtpräsidenten Pawel Adamowicz ausgerichtet wird – mit einem Großteil der Mitglieder des Bundes der Danziger e.V. und der Deutschen Minderheit als Gäste.  Die Treffenreihe wurde im Jahr 2002 initiiert und genießt immer größeres Interesse, vor allem unter ehemaligen Einwohnern der Stadt, ihrer Nachkommen, ausländischen Freunden und Anhängern Danzigs. Das im Vier-Jahres-Turnus stattfindende Welttreffen der Danziger wird organisiert, um die Tradition der Weltoffenheit und Gastfreundschaft zu pflegen.

Während dieser drei Tage, die ein umfangreiches kulturelles Programm an verschiedenen Orten der Stadt vorsehen, wie dem Historischen Rathaus der Stadt Danzig, dem Artushof, dem Krantor und dem Europäisches Zentrum der Solidarnosc, wird sich das Kulturreferat als Kooperationspartner und Projektinitiator mit Vorträgen von Fachreferenten zur deutsch-polnischen Geschichte und weiteren Veranstaltungen beteiligen. Als Programmergänzung sind außerdem der Besuch des neu eröffneten Museums des Zweiten Weltkrieges sowie Stadtbesichtigungen zum Deutschtum und der Geschichte Danzigs vorgesehen. Zudem ist an diesen Tagen ein Treffen zwischen dem Kulturreferat und Adamowicz mit der Generalkonsulin Cornelia Pieper zu Gesprächen für weiterführende Kooperationen geplant.

Ein Projekt mit der Stadt Danzig, dem Bund der Danziger e.V., der Deutschen Minderheit, dem Kulturamt der Stadt Danzig, dem Europäischen Zentrum der Solidarnosc, dem Historischen Museum der Stadt Danzig und dem Büro des Stadtpräsidenten Adamowicz.


 


Gärten, Parkanlagen und Gartenkultur in Danzig.
Ein Projekt des Historischen Museums der Stadt Danzig im Uphagenhaus
23.Juni bis Oktober 2018

Die künstlerische Gestaltung von Gärten und Parkanlagen erfreute sich durch lange Tradition von großer Beliebtheit, sodass sich noch heute in Danzig zahlreiche Grünanlagen in Danzig und im Umland der Stadt finden lassen.

Der Garten- und Parkkomplex in Orunia / Ohra bildet einen der schönsten Parks in Danzig und ist malerisch inmitten der Hügellandschaft von Orunia gelegen. Erste Erwähnungen über das Jagdgut stammen aus dem 16. Jahrhundert. Anfang des darauffolgenden Jahrhunderts war Bürgermeister Bartholomäus Schachmann Eigentümer des Anwesens und seit 1630 gehörte es Jan Czirenberg an. Mit ihm kam für das Anwesen seine Blütezeit.

Im Park wurden zahlreiche Bäche, Kaskaden, Aussichtspunkte, Labyrinthe, seltene Baum- und Straucharten angelegt sowie stattliche Skulpturen aufgestellt. Der Gutshof wurde von Danziger Patriziern, Wissenschaftlern und bekannten Künstlern besucht. Der herausragendste Gast in der Ohraer Residenz war König Friedrich August II. von Sachsen, der hier 1698 weilte. Eigentümer des Anwesens war in dieser Zeit der reiche Reeder Albrecht Groddeck. Zu Zeiten der Familie Groddeck wurde die Residenz auch vom berühmten Mathematiker Johann Bernoulli besucht. Die Napoleonischen Kriege am Anfang des 19. Jahrhundert verwandelten jedoch den Park zu einer Ruine.

Nächster Eigentümer war der Danziger Handelsrat Friedrich August Hoene, der den Gutshof wiederaufbauen ließ und ihm klassizistische Gestalt verlieh. 1918 übergab Hoenes Tochter Emilia den Park der Stadt. Heute gehört er zu einem der Lieblingsausflugsorte für die Einwohner Danzigs.

Das Historische Museum der Stadt Danzig zeigt im Jahr 2018 in den Ausstellungsräumen des Uphagenhauses die Geschichte und die Entwicklung der Park- und Gartenkultur und Gartenkunst in Danzig im Verlauf der Jahrhunderte. Hierbei sollen Gärten berühmter Danziger Einwohner und öffentliche Grünanlagen aus verschiedenen Teilen der Stadt präsentiert werden.

Die zweisprachige, deutsch-polnische Ausstellung besteht aus mehreren, aufeinander aufbauenden Teilen.

Im ersten Teil werden ausgewählte Danziger Gärten und Grünanlagen sowie deren Entstehung, Entwürfe und Pläne gezeigt.

Der zweite Teil ist der Gesamtwirkung eines Danziger Gartens gewidmet: welche Stimmung und welchen Eindruck machte er auf den Besucher? Weitere Aspekte dieses Abschnittes sind das Genießen der Aussicht und die Naturaffirmation, das Vergnügen, Musik, Theater und Tanz, aber auch Nachdenklichkeit und melancholische Elemente wie Heldendenkmäler und Monumente des Erinnerns

Im dritten Teil werden die Ausschmückung und die Ausstattung der Grünanlagen durch Gartenpfade, Rinnsale, Brunnen, Alleen, künstlerische Arrangements von Blumenbeeten und Labyrinthen thematisiert.

Der vierte Ausstellungsteil befasst sich mit der Architektur, die die Gartenkompositionen bereichern, wie beispielsweise Orangerien, Belvederes Grotten Statuen und Gartenskulpturen.

Die Ausstellung wird von einem mehrtägigen Edukationsprogramm begleitet, das sich an Besuchergruppen aus Deutschland und Polen richtet.  Für dieses Programm wurde ein Workshop zur ökologischen Bildung in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten konzipiert.

Ein weiterer Outdoor-Workshop wird in den Parks und Gärten stattfinden. Dabei sollen die heute schon unsichtbaren Parkgrenzen gefunden, die ehemaligen Grünkompositionen identifiziert und die Elemente der Gartenarchitektur entdeckt werden.

Ein Projektvorhaben in Zusammenarbeit des Historischen Museums der Stadt Danzig – Abteilung Uphagenhaus mit dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit.

Es handelt sich um ein kulturgeschichtliches Projekt, das vom Kulturreferat insbesondere bei der Antragsstellung, der Vorbereitung, der Konzeption und der Durchführung der Workshops, der Öffentlichkeitsarbeit und der Dokumentation mit den Projektpartnern in Danzig  bereits jetzt in Arbeitsteilung getragen wird.


 

Die Geschichte der Gartenkultur in Danzig.

Internationaler Workshop mit Fotodokumentation und Ausstellung

10. und 11. Juli 2018

Danzig sowie in Oliva und im bischöflichen Garten der Kathedrale in Oliva

Für Juli 2018 ist ein deutsch-polnischer, generationsübergreifender Workshop im Rahmen der Ausstellung „Gärten, Parkanlagen und Gartenkultur in Danzig“ geplant, bei dem das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen mit Gästen aus Deutschland anwesend sein wird. Während der mehrtägigen Veranstaltung sollen Berichte und ikonografische Materialien über die damaligen Gärten und Grünanlagen, die bis 1945 existierten, betrachtet, untersucht und besprochen werden. Im Anschluss daran soll eine Kuratorenführung stattfinden mit einer darauffolgenden Rundfahrt zu mehreren Parks und Gärten in Danzig.

In einem weiteren Schritt werden die deutsch-polnischen Teilnehmer – darunter Mitglieder des Bundes der Danziger e.V. und der Deutschen Minderheit in Begleitung der Danziger Fotografiegesellschaft Spuren der ehemaligen Gärten sowie die heutigen Parkanlagen der Stadt fotografisch einfangen.

Die daraus entstandenen Fotos sollen im Anschluss auf einer eigens hierfür gestalteten Internetseite und als Wanderausstellung in Deutschland sowie in Polen und gezeigt werden. Anlässlich der Ausstellung wird eine Publikation zum 20jährigen Bestehen des Uphagenhauses herausgegeben, in der ebenfalls die Fotografien sowie die Ergebnisse des Workshops dokumentiert sind.

Ein Projekt in Zusammenarbeit des Historischen Museums der Stadt Danzig – Abteilung Uphagenhaus mit dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen und der Danziger Fotografiegesellschaft. Teilnehmer des Workshops werden außerdem Mitglieder des Bundes der Danziger e.V. und der Deutschen Minderheit sein.

Numismatische Konferenz zu Danziger Medaillen aus der Sammlung des Westpreußischen Landesmuseums

25. bis 26. September 2018, Historisches Museum der Stadt Danzig – Abteilung Rathaus, Alte Kammer

Im Rahmen der Ausstellung „Danziger Medaillen aus der Sammlung des Westpreußischen Landesmuseums“ und aufgrund der hohen Nachfrage ist eine Fortsetzung der Numismatischen Konferenz von 2017 geplant, die sowohl den Ausstellungskontext als auch weitere Aspekte wissenschaftlicher Untersuchungen aufgreifen wird. Aus Deutschland und Polen stammende Referenten, renommierte Numismatiker und Münzensammler aus Krakau, Warschau und Berlin werden an zwei Tagen die Ergebnisse ihrer Forschung zu Danziger Medaillen und den Techniken der Münzprägung vorstellen. Die Konferenz wird für alle Besucher der Ausstellung öffentlich sein. Die Ergebnisse der Tagungen und die Vorträge der Referenten – einschließlich der Vorträge aus dem Vorjahr sollen folgend in einem Tagungsband erscheinen, dessen Konzeption und Organisation von den Wissenschaftlern und Experten übernommen wird.

Das Kulturreferat wird hier die Aufgabe der populär – wissenschaftlichen Vermittlung als Schnittstelle zwischen den Historikern und Experten an die interessierte Öffentlichkeit übernehmen und bei der Konferenz die Diskussion zwischen den Teilnehmern unterstützen. Dabei wird die Ausstellung zu der Münz- und Medaillen - Ausstellung des WLM im Historischen Rathaus präsentiert. Es handelt sich um eine gemeinsame Organisation und Durchführung dieses öffentlichen und grenzüberschreitenden Projektes, da es sich hauptsächlich um die Münzen und Medaillen aus Danzig handelt oder aus der Zeit und der Region des Deutschen Ordens.


 

Projekte und Veranstaltungen mit Schulen und Bildungsinstitutionen

 

UNESCO-Studienreise – vorbereitende Vorträge und Workshops
Datum der Studienreise: 9. bis 14. Juli 2018

Das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen veranstaltet vom 9. bis 14. Juli 2018 eine Studienreise nach Marienburg, Thorn, Danzig, Krakau und Auschwitz mit einer Gruppe von Schülern aus den Geschichtskursen der Stufe Q1 des Gymnasiums Laurentianum und des Mariengymnasiums Warendorf, dem stellvertretenden Schulleiter des Gymnasiums Laurentianum, Dr. Tobias Franke, und zwei Geschichtslehrerinnen des Mariengymnasiums.

Als Vorbereitung zur UNESCO-Studienreise mit den Schülern des Gymnasiums Laurentianum und des Mariengymnasiums finden im Vorfeld im Westpreußischen Landesmuseum Vorträge und Workshops zu den thematischen Schwerpunkten der Reise statt. Die Vorträge werden auch für weitere Schulen und interessierte Besucher nach Anmeldung öffentlich sein.


 

 

Studienreise nach Krakau und Auschwitz
3. bis 8. September 2018

Mit 750.000 Einwohnern ist Krakau die zweitgrößte Stadt der Republik Polen. Die in Südpolen an der Weichsel liegende Metropole gilt als kulturelles und wissenschaftliches Zentrum. Da Krakau bisher weitgehend vor Zerstörungen verschont geblieben ist, bietet die Stadt ein breites Spektrum an sehenswerten Gebäuden von der Gotik bis in die Neuzeit. Die historisch wertvolle Altstadt von Krakau sowie die ehemalige Königsresidenz Wawel wurden von der UNESCO 1978 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Als eine der bedeutendsten Städte der historischen Region Galizien ist Krakau aufgrund der dort vorfindbaren Dichte an kultureller Vielfalt - die sich insbesondere durch die Vielzahl an Kunst- und Architekturdenkmälern aller Epochen auszeichnet, an Forschung und Bildung mit dem Sitz der Jagiellonen-Universität als eine der ältesten Universitäten Europas und als geschichtsträchtiger Ort bietet Krakau vielschichtige Anknüpfungspunkte für eine Studienreise mit der Multiplikatoren- und Erlebnisgeneration.

In Anknüpfung an die erfolgreich durchgeführten Reisen in den letzten Jahren mit dem Mariengymnasium Warendorf, die in Zukunft als dauerhaftes Projekt der Q1 und Q2 der Schule fortgesetzt werden sollen, wird 2018 eine Reise nach Krakau und Auschwitz realisiert, die das Ziel des außerschulischen Verstehens – und in erster Linie des Erlebens historisch gravierender Ereignisse aus der Vergangenheit der Menschheitsgeschichte hat.

Die Schüler sollen an diesen Tagen der Studienreise nicht nur durch das bloße, passive Anschauen von musealen Objekten oder von Gebäuden die Stadt Krakau und ihre Geschichte erkunden, sondern vielmehr durch aktive, dialogische Gespräche und Diskussionen und einer individuellen Dokumentation in Form von vor Ort entstandenem Text- und Bildmaterial aus ihrer Perspektive betrachten.


 

 

Veit Stoss, der Krakauer Hochaltar und die Marienkirche
5. September 2018, 11.00 Uhr, Mariengymnasium Warendorf
Georgios Paroglou B.A.

Die Marienkirche ist eines der Wahrzeichen von Krakau. Sie befindet sich auf dem Marienplatz der neben dem Marktplatz gelegen ist. Die Marienkirche ist eine Basilika, die im gotischen Stil erbaut wurde. Im 13. und 15 Jahrhundert wurde diese Kirche, die auch als Pfarrkirche genutzt wird, durch das Krakauer Bürgertum erbaut und finanziert.

Als Veit Stoß 1477 vom polnischen König Kasimir den Ruf nach Krakau bekam, um in der Krakauer Marienkirche einen Altar zu errichten, hatte er sich bereits in Nürnberg einen Namen als Bildhauer und Schnitzer gemacht. Von der Qualität seiner Arbeit beeindruckt, stellten die Krakauer Ratsherren eine Summe von über 2800 Gulden (Spenden von Krakauer Bürgern) für den Altarbau bereit – so viel, wie das gesamte Jahresbudget der Stadt betrug.

Darüber hinaus befreiten sie den Künstler von sämtlichen steuerlichen Verpflichtungen. Zusammen mit seinen Gesellen arbeitete Veit Stoß insgesamt 12 Jahre an dem Hochaltar (1477-1489).  Das Ergebnis muss auf seine Zeitgenossen einen gewaltigen Eindruck hinterlassen haben: Mit seinen 13 Metern Höhe und 11 Metern Breite war dieses Werk monumentaler Sakralkunst der größte hölzerne Hochaltar im mittelalterlichen Europa. Seine imposante Größe und auch das herausragende Niveau seiner Ausführung flößen dem Betrachter auch heute noch Ehrfurcht ein.

Georgios Paroglou, Kunsthistoriker und Assistent der Kulturreferentin, wird gemeinsam mit den Schülern die Geschichte des Altars beleuchten und das ikonografische Programm gemeinsam zu deuten versuchen.


 


Judentum und Jüdische Geschichte
6. September 2018, 11.00 Uhr, Mariengymnasium Warendorf
Magdalena Oxfort M.A., Georgios Paroglou B.A.

Jahrhunderte lang war Polen das größte Zentrum der jüdischen Diaspora auf der ganzen Welt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts lebten hier fast 80% aller Anhänger des Judaismus. Noch vor dem Jahre 1939 lebten in Polen fast 3,5 Mio. Juden, die damit mehr als 10% der Bevölkerung des Landes stellten. Der Zweite Weltkrieg bedeutete die Vernichtung der jüdischen Gemeinde sowie auch ihrer unwiederbringbaren Kultur. Bis zum heutigen Tage sind nur eine kleine Gemeinschaft und zahlreiche Spuren jüdischer Anwesenheit in Polen übriggeblieben.

Von König Kazimierz dem Großen im 14. Jahrhundert gegründet, wurde dieses Viertel als eigene Stadt nach ihm benannt. Mit vielen Privilegien versehen, entwickelte sie sich diese rasch und wurde bald zu einer der reichsten Städte des Polnischen Königreiches. Im 15. Jahrhundert kamen nach Kazimierz Juden, die aus Krakau übersiedelt wurden, ihnen wurde ein autonomes Viertel zugewiesen. Über Jahrhunderte lang wohnten nebeneinander jüdische und christliche Nachbarn im Wohlstand und Eintracht. Die jüdische Gemeinde wurde zum Mittelpunkt der jüdischen Kunst, Kultur und Wissenschaft.

Im 19. Jahrhundert durften die Bewohner ihren Wohnsitz in ganz Krakau nehmen, die armen Handwerker und Kaufleute sind aber hiergeblieben und haben das heutige Bild des Viertels geprägt. Hier gibt es immer noch einige bewegende Spuren des jüdischen Lebens: Synagogen, Bethäuser, Friedhöfe, hebräische Inschriften an den Fassaden, Davidsterne und viele mehr. Die Kultur und die jüdischen Bräuche werden sorgfältig gepflegt, obwohl in Kazimierz nur noch eine kleine jüdische Gemeinde lebt. In den jüdischen Häusern sind Geschäfte, Kunstgalerien und Hotels untergebracht.


 

 

Landsmannschaft Westpreußen

 

XXXIV.  Forum Gedanum in Travemünde
5. bis 7. Oktober 2018, Versöhnungskirche im Pommernzentrum in Travemünde

Vom 5. bis 7. Oktober 2018 wird das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen in Zusammenarbeit mit der Musikalischen Abendgesellschaft, mit Hans-Jürgen Kämpfert, dem Vorsitzenden des Kulturwerkes Danzig e.V. und der Landsmannschaft Westpreußen e.V., das XXXIV.  Forum Gedanum in Travemünde ausrichten. In einem zusätzlichen Vortrag wird das Kulturreferat über Maßnahmen und Projekte mit Vertriebenen aus Danzig sprechen, insbesondere über das Welttreffen der Danziger vom 6. bis 8. Juli 2018 sowie über die grenzübergreifende Jugendarbeit, den Austausch mit Museen, der generationsübergreifenden Kultur- und Vermittlungsarbeit und über internationale Projekte mit der Deutschen Minderheit.

 

Beauftragter fuer Kultur und Medien